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Unsere Meinung: Microsoft greift mit der Activision Blizzard Übernahme tief in den Videospielmarkt ein.

Autor des Artikels: Steven Wilcken

Activision Blizzard gilt bis heute als einer der größten und wichtigsten Videospiel-Publisher der Welt. Dass Microsoft einen solchen Giganten einfach aufkauft und mal eben 70 Milliarden Dollar ausgibt, ist schon eine große Sache. Wir haben uns in den letzten Tagen nach der Übernahme gefragt, was das für uns Spieler zu bedeuten hat. Ist eine solche Übernahme Vorteilhaft oder am Ende doch eine große Gefahr? Und in wie fern beeinflusst das Nintendo und Sony? Hier mal unsere Meinung.

Übernahmen von Entwicklern sind in der Videospiel-Branche nichts Seltenes. Jahr für Jahr gibt es Nachrichten, dass Entwicklerstudios fusionieren, aufgekauft werden, ganze Publisher gemeinsame Pläne schmieden und vieles mehr.

Dass nun ein Weltkonzern wie Microsoft jedoch riesige Spieler der Videospiel-Branche aufkauft, spielt jedoch in einer ganz anderen Liga. Es ist fraglich ob andere Videospiel-Anbieter hier überhaupt noch mithalten können, oder ob nach und nach ein riesiges Monopol entsteht. Grade letzteres bringt leider viele Gefahren mit sich.

Ein Beispiel. Aktuell kostet der Abo Service von „Xbox Game Pass“ von Microsoft im Ultimate Paket nur 12,99€. Ein Schnäppchen! Bedenkt man vor allem, dass Microsoft bislang sämtliche Spieleveröffentlichung Day One über dieses Abo anbietet. Doch damit nicht alles, obendrauf gibt es noch PC Games, Cloud-Gaming, Online-Gameplay, Rabatte und einiges mehr. Gemessen daran, dass künftig auch Activision, Blizzard Spiele im Xbox Game Pass erscheinen werden und ebenfalls Day One im Gamepass veröffentlicht werden, natürlich eine grandiose News für alle Xbox Anhänger.

Vor allem da Microsoft uns Spielern ja die Wahl lässt. Spiele erscheinen auf zahlreichen Plattformen, wir können optional jedes Spiel wie üblich zum Vollpreis Digital/auf CD kaufen. Eigentlich ein phänomenaler Service!

Doch trügt der Schein, denn mit wachsender Marktmacht, wachsen auch Möglichkeiten ordentlich Druck auszuüben. Microsoft wird derzeit von einem Team angeführt, dass vor allem viel Geld und Ehrgeiz in den Ausbau von Fanservice steckt. CEO Satya Nadella hat dies als Strategie und vereint wird das alles in die sympathische Person „Phil Spencer“, welche zum höchsten Leitungskreis bei Microsoft gehört und die Gaming Sparte als Passionierter Gamer völlig überarbeitet und in den Mittelpunkt gerückt hat.

Microsoft besteht jedoch aus viele Sparten und hatte auch schon Zeiten, bei denen Gaming nicht so sehr in den Mittelpunkt gerückt wurde. Zum Start der Xbox One mussten wir dies erleben. Die damalige Führungsriege war nicht so begeistert die Ressourcen ins Gaming zu verpulvern, versuchte kurzerhand aus der Xbox eine „All in One Media Station“ in Wohnzimmern zu machen. Onlinezwang und Überwachung durch Kinect inklusive… Das kam nicht gut an und endete in katastrophalen Verkaufszahlen.

Was also wenn wieder Personal übernimmt, dass eine andere Strategie verfolgt. Was wenn Microsoft dann alle großen Anbieter in der Hand hat, fallen lässt oder vor allem auf Gewinn polt. Genau hier liegt die Gefahr.

Umso wichtiger, dass große Anbieter wie Nintendo, Sony oder auch Publisher wie Electronic Arts, Ubisoft, Square Enix und weitere – zusammenarbeiten. Nur gemeinsam wird man möglicherweise weitere Übernahmen abwenden können oder daran arbeiten können „richtig zu fusionieren“. Richtig meint in dieser Hinsicht, dass möglichst viele sich irgendwie Sony oder Nintendo anschließen und hier ein ähnlich großer Gigant am Gaming-Markt entsteht.

Wir sehen es am Smartphone Markt. Apple wird erheblich durch Google unter Druck gesetzt und muss sich auch zu Zukunft sehr anstrengen, hier entsprechende Märkte zu halten und zu erobern. Wichtig wäre, wenn es nach all den Übernahmen, wenigstens zwei große Spieler gibt. Besser natürlich, wenn der Markt ähnlich vielfältig bleibt, wie er heute ist.

So oder so bleibt zu hoffen, dass der Gaming-Markt nicht Ahnungslos zusieht und hier an Gegenstrategien gearbeitet wird.